Gebäudeversicherung in der Schweiz: Schutz, Kosten und wichtige Tipps für Eigentümer

Die Gebäudeversicherung ist für Immobilieneigentümer in der Schweiz essenziell, um sich gegen finanzielle Verluste durch Schäden an ihrem Eigentum abzusichern. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick über die gesetzlichen Vorgaben, die abgedeckten Risiken, die Kosten und wichtige Tipps zur Optimierung des Versicherungsschutzes.

Gesetzliche Grundlagen und Versicherungspflicht

In der Schweiz ist die Gebäudeversicherung in den meisten Kantonen obligatorisch. Die Vorschriften unterscheiden sich jedoch je nach Kanton:

  • In 19 Kantonen besteht eine obligatorische Gebäudeversicherung durch eine kantonale Versicherung (z. B. Gebäudeversicherung Bern – GVB).
  • In den Kantonen Genf, Wallis und Tessin gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Gebäudeversicherung. Eigentümer müssen sich privat absichern.
  • In den Kantonen Uri, Schwyz, Obwalden und Appenzell Innerrhoden kann die Gebäudeversicherung entweder über eine private Versicherung oder eine kantonale Einrichtung abgeschlossen werden.

Welche Schäden deckt die Gebäudeversicherung?

Die Standard-Gebäudeversicherung deckt meist folgende Schäden:

  • Feuer- und Elementarschäden: Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosionen, Hochwasser, Erdrutsche, Lawinen und Stürme.
  • Wasser- und Leitungsbruchschäden: Schäden durch undichte Rohre, Rückstau oder Wasseraustritt aus Heizungsanlagen.
  • Glasbruch und Gebäudeschäden: Fenster, Türen und andere Glasflächen können optional versichert werden.

Wichtig: Schäden durch Erdbeben sind in der Regel nicht automatisch abgedeckt. In einigen Kantonen gibt es jedoch spezielle Erdbebenfonds.

Kosten der Gebäudeversicherung

Die Prämienhöhe hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Kantonale Vorgaben: Je nach Kanton sind die Prämien unterschiedlich geregelt.
  • Bauwert des Gebäudes: Je höher der Wiederaufbauwert, desto höher die Prämie.
  • Gefahrenzone: Liegt das Gebäude in einem Hochwasser- oder Lawinenrisikogebiet, können Zuschläge anfallen.
  • Zusätzliche Deckungen: Zusätzliche Absicherungen wie Erdbeben- oder Glasbruchversicherung erhöhen die Kosten.

Durchschnittlich liegen die Kosten der Gebäudeversicherung in der Schweiz bei 0,2 % bis 0,5 % des versicherten Bauwerts pro Jahr.

Tipps zur Optimierung des Versicherungsschutzes

  1. Prämien vergleichen: Private Versicherungen bieten unterschiedliche Tarife und Leistungen an. Ein Vergleich lohnt sich, insbesondere in Kantonen ohne obligatorische kantonale Versicherung.
  2. Zusätzlichen Schutz prüfen: In gefährdeten Regionen kann eine Erdbebenversicherung sinnvoll sein.
  3. Selbstbehalt anpassen: Ein höherer Selbstbehalt reduziert die Prämien, sollte aber zur eigenen finanziellen Situation passen.
  4. Schadenprävention betreiben: Regelmässige Wartung von Dach, Leitungen und Heizsystemen minimiert Risiken und kann die Prämie positiv beeinflussen.
  5. Verschiedene Versicherungen kombinieren: Manche Anbieter bieten Rabatte, wenn Gebäudeversicherung mit Hausrat- oder Haftpflichtversicherung kombiniert wird.

Fazit

Die Gebäudeversicherung ist ein unverzichtbarer Schutz für Immobilieneigentümer in der Schweiz. In den meisten Kantonen ist sie verpflichtend, wobei sich die Prämien und Leistungen unterscheiden. Ein Vergleich der Anbieter, die Prüfung zusätzlicher Absicherungen und die Umsetzung präventiver Massnahmen können helfen, den Versicherungsschutz optimal zu gestalten und Kosten zu sparen.